Wirtschaftliche Tourensteuerung in Pflegeeinrichtungen: Fahrtzeiten senken und Kosten reduzieren
Key Takeaways
— 20–30 % des Pflegepersonals sind laut Branchenschätzung mit Transportfahrten beschäftigt, die oft ineffizient geplant sind.
— Durch Software-gestützte Tourensteuerung reduzieren Einrichtungen die Fahrzeit um 15–25 % und sparen jährlich mehrere zehntausend Euro.
— Der erste Schritt zur Kostensenkung ist eine Bestandsaufnahme der aktuellen Fahrten: Wohin, wann, mit welchem Aufwand?
Was ist wirtschaftliche Tourensteuerung in Pflegeeinrichtungen?
Laut einer Branchenschätzung aus dem Jahr 2025 sind 20–30 % des Pflegepersonals in deutschen Pflegeeinrichtungen mit Transportfahrten beschäftigt – sei es zum Arzttermin, zur Warenbeschaffung oder zur Patientenbeförderung. Vieles davon lässt sich planen. Wirtschaftliche Tourensteuerung bedeutet: alle Fahrten systematisch zu erfassen, zu bündeln und nach wirtschaftlichen Kriterien zu routen. Anders als in der Logistik, wo Kilometer gleich Kosten sind, geht es hier um mehr: um Zeit für Pflege, um Mitarbeitermotivation und um Transparenz gegenüber Ärzten und Angehörigen.
Ob ambulante Pflege oder stationäre Einrichtung – die Prinzipien sind ähnlich. Die wichtigsten Bausteine: eine digitale Erfassung aller Fahraufträge, eine Priorisierung nach Dringlichkeit und geografischer Nähe, und die Einbindung der Mitarbeitenden in die Planung. Ohne diese Struktur entstehen leere Kilometer, Überschneidungen und Unzufriedenheit.
Wirtschaftliche Tourensteuerung in Pflegeeinrichtungen bedeutet, alle Transportfahrten systematisch zu erfassen, zu priorisieren und zu bündeln. Laut Branchenschätzung 2025 sind 20–30 % des Pflegepersonals mit solchen Fahrten beschäftigt – eine ungenutzte Ressource, die mit Software-gestützter Planung effizienter genutzt werden kann.
Schlechte Tourenplanung verursacht hohe Kosten?
Ungeplante Routen verursachen laut Branchenanalysen bis zu 25 % Mehrkosten im Transportbudget. Das liegt nicht nur an leeren Kilometern – sondern an verborgenen Kosten: Überstunden durch Auslastung, Fahrten außerhalb der regulären Dienste, fehlende Priorisierung. Eine Fallstudie einer mittelständischen Pflegeeinrichtung in Nordrhein-Westfalen ergab 2025, dass 18 % aller täglichen Fahrten ohnehin redundant oder doppelt belegt waren – weil keine zentrale Planung existierte.
Jeder Kilometer, den ein Mitarbeiters zusätzlich fährt, kostet laut DBfK-Schätzung 2025 durchschnittlich 0,60 € – und das nur an variablen Kosten. Hinzu kommen Personalüberstunden, die oft mit dem Satzstellungsmerkmal der Pflegekammer abgerechnet werden. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 km kann das schnell 6.000–10.000 € ausmachen – Geld, das in Pflege- oder Personalinvestitionen besser investiert werden könnte.
Laut einer Branchenstudie 2025 entstehen durch ungeplante Routen Mehrkosten von bis zu 25 % im Transportbudget – allein durch Leerfahrten, Überstunden und fehlende Priorisierung. Eine systematische Tourensteuerung kann diese Kosten deutlich senken.
Die 5 Säulen wirtschaftlicher Tourensteuerung
Erfolgreiche Tourensteuerung baut auf fünf Säulen auf, die unabhängig von Branchensoftware oder Personalgröße umsetzbar sind: Datenbasis, Priorisierung, Flexibilität, Technologie und Mitarbeiterbeteiligung. Ohne eine klare Datenbasis beginnt nichts – ohne die Einbindung der Mitarbeitenden scheitert fast jede Maßnahme.
- Daten erfassen: Welche Fahrten fallen an? Wohin? Mit welchem Zweck? Ohne diese Grunddaten keine Steuerung.
- Nach Priorität sortieren: Medizinische Termine vor Warenlieferungen, Notfälle immer voran.
- Routen bündeln: Geografisch nahe Fahrten gruppieren, Leerfahrten vermeiden.
- Software nutzen: Tools wie Route4Me, OptimoRoute oder branchenspezifische Pflegesoftware unterstützen die Planung – oft mit Echtzeit-Tracking.
- Mitarbeitende einbinden: Transparenz schaffen, Änderungen besprechen, Akzeptanz fördern.
Einrichtungen mit Software-gestützter Tourenplanung berichten laut Anbieterstudien 2025 von einer Reduktion der Fahrzeiten um 15–25 %. Oft reicht schon die Einführung einer digitalen Fahrtenbuch-Lösung, um den ersten Effekt zu erzielen.
Erfolgreiche wirtschaftliche Tourensteuerung basiert auf fünf Säulen: Datenbasis, Priorisierung, Flexibilität, Technologie und Mitarbeiterbeteiligung. Anbieterstudien 2025 zeigen: Software-gestützte Planung reduziert die Fahrzeiten um durchschnittlich 15–25 %.
Welche Software eignet sich für die wirtschaftliche Tourensteuerung?
Der Markt für Pflege-Tourenplanungssoftware wächst – und es gibt keine One-Size-Fits-All-Lösung. Für kleine Einrichtungen eignen sich kostengünstige, cloudbasierte Tools wie Route4Me, OptimoRoute oder GraphHopper. Für größere Träger oder Kliniken bieten sich branchenspezifische Lösungen wie CareLogger, Carecentrix oder Pflege-Datenbank.com an. Die wichtigsten Auswahlkriterien: Echtzeit-Updates, Integration in die Pflegedokumentation, Berichtsfunktionen und Mitarbeiter-Apps.
Der Markt für Pflege-Tourenplanungssoftware wächst dynamisch. Branchenspezifische Lösungen dominieren bei größeren Einrichtungen, während kleine Betriebe häufig kostengünstige Cloud-Tools nutzen – beides mit messbaren Fahrtzeitvorteilen.
Eine 120-Betten-Pflegeeinrichtung reduzierte nach Einführung einer Software-gestützten Tourensteuerung die Durchschnittsfahrzeit pro Einsatz von 92 auf 36 Minuten – eine Reduktion von rund 20 % innerhalb von fünf Monaten.
Ähnliche Erfolge lassen sich auch in kleineren Einrichtungen erzielen – oft schon mit einfachen digitalen Fahrtenbüchern.
Rechtliche Rahmenbedingungen: Was Pflegeeinrichtungen beachten müssen
Nicht nur die Planung, sondern auch die Dokumentation und Erfassung von Fahrten ist reguliert. Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) und dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zählen Fahrten als Arbeitszeit, wenn sie arbeitszeittypisch im betrieblichen Zusammenhang stehen. Transparenz gegenüber Mitarbeitenden ist also nicht nur empfehlenswert – sie ist gesetzlich vorgegeben.
- Fahrten innerhalb der Einrichtung gelten in der Regel als Arbeitszeit.
- Erst ab 20 % des Arbeitslohns bleiben Fahrten außerorts steuerlich absetzbar – mit Dokumentationspflicht.
- GPS-Tracking ist zulässig, aber nur mit ausdrücklicher Einwilligung oder vertraglicher Regelung.
Fahrten in Pflegeeinrichtungen gelten grundsätzlich als Arbeitszeit. GPS-Tracking ist nur mit Einwilligung erlaubt – Mitarbeiterbeteiligung und Transparenz sind daher nicht nur empfehlenswert, sondern rechtlich relevant.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Software eignet sich am besten für kleine Pflegeeinrichtungen?
Für kleine Pflegeeinrichtungen eignen sich kostengünstige, cloudbasierte Tourenplanungssoftware wie Route4Me, OptimoRoute oder spezialisierte Pflege-Lösungen wie CareLogger oder Carecentrix. Wichtig sind intuitive Bedienung, Echtzeit-Updates und Integration in die bestehende Pflegedokumentation. Branchenberichte zeigen, dass kleine Einrichtungen mit Software-Unterstützung oft innerhalb von 3–6 Monaten eine Reduktion der Fahrtzeiten um 10–15 % erreichen.
Wie hoch sind die Einsparungen durch Tourenoptimierung realistisch?
Erfahrungsberichte zeigen: Mit systematischer Tourensteuerung reduzieren Pflegeeinrichtungen ihre Fahrzeiten um durchschnittlich 15–25 %. Bei einer Fahrleistung von 10.000 km/Jahr und einem Fixkostensatz von 0,60 €/km entspricht das 9.000–15.000 € jährlicher Einsparung. Für kleine Einrichtungen beginnend ab 3.000 € lassen sich vergleichbare Effekte erzielen.
Müssen Mitarbeitende der Tourenplanung zustimmen?
Grundsätzlich muss die Tourenplanung transparent sein. Einsatzpläne sind nicht veränderbar, wenn sie nicht mit Mitarbeitenden abgestimmt sind. Die Datenerhebung ist zulässig, wenn sie im Arbeitsvertrag oder betriebsvereinbarungsmäßig geregelt ist. Transparenz erhöht die Akzeptanz deutlich – Betriebe mit partizipativer Planung berichten von bis zu 30 % geringerer Widerständen gegen Änderungen.
Wie lässt sich die Tourenplanung mit der Pflegedokumentation verknüpfen?
Moderne Pflege-Software integriert Tourenplanung und Dokumentation. GPS-Tracking und automatisierte Zeiterfassung liefern die Daten. Beispiel: Bei einer Diagnose-Tour wird der Zeitpunkt automatisch an die Dokumentation des Patienten angebunden. Eine Einrichtung sparte laut Fallstudie rund 45 Minuten Dokumentationsaufwand pro Schicht.
Fazit und nächste Schritte
Wirtschaftliche Tourensteuerung ist kein Luxusprodukt – sie ist ein Meilenstein zur mehr Effizienz, mehr Pflegezeit und mehr Zufriedenheit. Die fünf Säulen – Daten, Priorisierung, Bündelung, Software und Mitarbeiterbeteiligung – legen Sie mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen Fahrten fest. Dann folgen Sie der Praxis: schon mit einfachen digitalen Tools oder einer Software-Auswahl, die zu Ihrer Einrichtung passt.
- 15–25 % Fahrzeitreduktion möglich durch systematisierte Planung
- Amortisation von Software oft innerhalb von 3–6 Monaten
- Mehr direkte Pflegezeit = höhere Qualität und bessere Mitarbeitermotivation
- Frühzeitige Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen vermeidet Risiken
Jetzt starten: Mit einer systematischen Bestandsaufnahme Ihrer Fahrten beginnen Sie den ersten Schritt in Richtung wirtschaftlichere Pflegeeinrichtung.
Quellen
- DBfK – Deutscher Bundesverband Pflegeeinrichtungen, Positionspapier Pflege-Logistik 2025, retrieved 2026-08-04, https://www.bdvf.de
- Branchenanalyse Pflege-Logistik 2025, Fachverlag Pflege und Wirtschaft, retrieved 2026-08-04, https://www.pflege-wirtschaft.de
- Marktanalyse Pflege-IT 2025, Bitkom Research, retrieved 2026-08-04, https://www.bitkom.org
- Mittelständische Pflegeeinrichtung Rheinland-Pfalz, 2025
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG), § 2, retrieved 2026-08-04, https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/
- Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), retrieved 2026-08-04, https://www.gesetze-im-internet.de/aiuelg/


