Stimmen für die Pflege: Was sich ambulante Pflegebetriebe von Gesellschaft und Politik wünschen
Am Internationalen Tag der Pflege möchten wir bei der BFS Abrechnungs GmbH nicht nur Danke sagen. Wir möchten vor allem diejenigen zu Wort kommen lassen, die jeden Tag Pflege ermöglichen: ambulante Pflegebetriebe, ihre Teams und die Menschen, die Verantwortung für Versorgung, Organisation und Wirtschaftlichkeit tragen.
Deshalb haben wir gefragt:
„Welchen Wunsch haben Sie an Gesellschaft und Politik für eine noch bessere Pflege in Deutschland?“
Die Antworten zeigen deutlich: Es geht um weniger Bürokratie, eine faire Finanzierung, bezahlbare Pflege für ältere Menschen und bessere Rahmenbedingungen für ambulante Pflegebetriebe.
„Zu viel Bürokratie“
Ein Wunsch wurde besonders klar und knapp formuliert:
„Zu viel Bürokratie.“ (Ozan Celik, Parla Pflegedienst)
Für viele ambulante Pflegebetriebe ist Bürokratie längst mehr als nur ein organisatorisches Thema. Sie bindet Zeit, Personal und Energie, die im Pflegealltag dringend gebraucht werden.
„Die Leistungen werden nicht dementsprechend entlohnt“
Ein weiterer ambulanter Pflegebetrieb, Isabell Freudenberg, von der MioBella Pflege GmbH, beschreibt die wirtschaftliche Belastung sehr deutlich:
„Die Leistungen, die die ambulanten Pflegebetriebe erbringen, werden nicht dementsprechend entlohnt.
Die Krankenkassen erhöhen die Beiträge, die Spritpreise werden immer höher und die ambulante Pflege hat keine Chance, dort mitzuhalten.
Kleine ambulante Pflegebetriebe gehen dadurch früher oder später kaputt.“
Gerade kleinere Betriebe stehen damit vor einer Entwicklung, die sie kaum selbst auffangen können: steigende Kosten, wachsende Anforderungen und gleichzeitig fehlende Möglichkeiten, diese Belastungen auszugleichen.
„Pflege für ältere Menschen muss bezahlbar bleiben“
Auch die Bezahlbarkeit von Pflege wurde mehrfach angesprochen. Carmen Bäger, vom provitus Pflegedienst formuliert es so:
„Wir wünschen uns, dass Pflege für ältere Menschen bezahlbar bleibt. Während die Löhne in der Pflege gestiegen sind, wurde das Pflegegeld nur minimal angepasst. Dadurch können sich viele Pflegebedürftige notwendige Unterstützung oft nicht mehr leisten – teilweise nicht einmal eine zweimalige tägliche Waschung.
Die Leistungen müssen deshalb dringend an die tatsächlichen Kosten angepasst werden, damit ältere Menschen die Pflege erhalten, die sie brauchen.“
Diese Aussage macht deutlich: Wenn Pflegeleistungen nicht ausreichend finanziert werden, betrifft das nicht nur die Betriebe. Es betrifft vor allem die Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
„Eine Refinanzierung wäre schön“
Ein weiterer Wunsch von der Gemeinsam Wohnen mit Demenz GmbH richtet sich direkt an die Finanzierungssystematik:
„Eine Refinanzierung wäre schön. Das Problem auf dem Bereichsleitungsposten ist, ich muss halt stetig die Gehälter erhöhen, was ich auch total gut finde, weil Pflege ja lange nicht so vergütet wurde, wie es sein sollte.
Jedes Jahr eine Personalkostensteigerung von um die 11 Prozent, was ich letztendlich auf den Pflegekunden absetzen muss, weil das System es nicht vorsieht, es in irgendeiner Form zu refinanzieren.
Das ist ja auch ein Grund, warum so viele Pflegedienste in die Insolvenz gehen.
Und ich kann ja auch nicht stetig an der Preisschraube schrauben, weil irgendwann müssten dann alle bei einem Sozialhilfeträger anklopfen und das ist auch nicht das Ziel.“
Diese Stimme zeigt das Spannungsfeld besonders klar: Höhere Löhne in der Pflege sind richtig und notwendig. Gleichzeitig braucht es aber eine verlässliche Refinanzierung, damit die Kosten nicht einseitig bei Pflegebedürftigen oder ambulanten Diensten hängen bleiben.
Unser Fazit
Die Stimmen aus der ambulanten Pflege zeigen: Wer Pflege stärken will, muss auch die Rahmenbedingungen stärken.
Es braucht weniger Bürokratie, faire Vergütung, eine realistische Refinanzierung steigender Kosten und Pflegeleistungen, die für ältere Menschen bezahlbar bleiben.
Als BFS Abrechnungs GmbH erleben wir täglich, wie wichtig stabile wirtschaftliche Strukturen für Leistungserbringer im Gesundheitswesen sind. Der Internationale Tag der Pflege ist deshalb nicht nur ein Anlass für Dankbarkeit, sondern auch ein Anlass, genauer hinzuhören.
Danke an alle Pflegekräfte, Pflegedienste und Verwaltungsteams, die jeden Tag dafür sorgen, dass Versorgung funktioniert.



